Die Geschichte der Spielbank


Die Geschichte der Spielbank Bad Homburg begann vor über 170 Jahren mit ihrer Gründung durch die Brüder François und Louis Blanc, aber auch unsere 2. Phase hat bereits wieder eine Tradition von über 60 Jahren – und ist auch ein Grund, warum seit 2013 der Name unseres Gründers im Namen der Spielbank Bad Homburg genannt wird.

Über 170 Jahre Tradition

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Der erste Spielsaal

Ende der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts: „Ein kleines Drecknest“ lautete das vernichtende Urteil von François und Louis Blanc über Homburg vor der Höhe. Aber die kleine Residenzstadt der Landgrafen von Hessen-Homburg bot zwei Vorzüge: die malerische Lage am Taunusrand und zwei Heilquellen. Die Brüder Blanc wußten, dass sie mit der konsequenten Verknüpfung von Kur und Spiel in Homburg Erfolg haben würden.

Am 23. Mai 1841 rollte zum ersten Mal in Homburg die Roulettekugel. Am gleichen Tag feierte man die Grundsteinlegung für das Kurhaus, zu dessen Bau sich die Brüder Blanc verpflichtet hatten. Nach nur zwei Jahren Bauzeit zog die Spielbank vom Brunnensälchen, in dem die Spielbank seit 1949 wieder residiert, in die neuen prächtigen Räume um. Eine „Weltneuheit“ verlieh der Homburger Spielbank von Beginn an magnetische Anziehungskraft: Die Brüder Blanc schafften als erste die bis dahin beim Roulette übliche Doppel-Zero ab, was für die Gäste erheblich höhere Gewinnchancen bedeutete.

Zugleich entwickelten sie in den folgenden Jahren Homburg zu einem Kurbad mit internationalem Flair. Die Blancs steckten viel Geld in die Förderung des Kurbetriebs, schenkten der Stadt die Straßenbeleuchtung, initiierten die Verlegung von Wasserleitungen und ermöglichten mit dem Bau der Eisenbahnverbindung nach Frankfurt den Anschluss Homburgs an die Welt.

Kurhaus um 1860

Kurhaus um 1860

Homburg und die Brüder Blanc brachten sich gegenseitig den erhofften Wohlstand und Reichtum. Der kleine Kurort „vor der Höhe“ verwandelte sich zu einem der führenden Spielbadeorte Europas. Von Paris bis Petersburg, von London bis Madrid berichteten die großen Gesellschaftsblätter über die luxuriösen Annehmlichkeiten und von den sagenhaften Gewinnen, die man in der Homburger Spielbank machen könne. Und sie kamen alle. Adelige und Revolutionäre, Millionäre und Dichter verewigten sich im Gästebuch der Spielbank.

Der 31. Dezember 1872 war ein schwarzer Tag in der Geschichte Homburgs. Die Spielbank schloss für viele Jahrzehnte ihre Türen. Das kleine Fürstenturm war nach Aussterben des Landgrafenhauses preußisch geworden, und in Preußen herrschte Spielbankverbot. Gleichwohl fiel der Kurort nicht in die Mittelmäßigkeit zurück. Im Gegenteil, Homburg entfaltete sich durch den weiteren Ausbau des Heilwesens zu einem Heilbad von Weltrang, in dem die gesamte Aristokratie Europas Erholung suchte. Das preußische Kaiserhaus erkor das Landgrafenschloß zu seiner ständigen Sommerresidenz.

Aber auch François Blanc − sein Bruder Louis war 1850 gestorben − war gut versorgt. Er hatte schon 1863 die Konzession für eine Spielbank in Monaco erworben. Mit seiner Frau Marie wiederholte er den Homburger Erfolg auf dem monegassischen Felsen und baute das Casino Monte Carlo zu einer der berühmtesten Spielbanken der Welt auf. Die Bad Homburger Spielbank gilt deshalb seit ihrer Wiedereröffnung 1949 als die „Mutter von Monte Carlo“.

Über 60 Jahre Moderne

Nach dem 2. Weltkrieg kehrte das Glück nach Bad Homburg zurück. Im Oktober 1948 eröffnete Hermann Heidtmann einen kleinen Spielbetrieb mit „Spiralo“, ein von ihm in Anlehnung an das Roulette entwickelte Geschicklichkeitsspiel. Als das Land Hessen die Genehmigung zum Betrieb der Spielbank erteilte, erhielt er auch diese Konzession. Am 7. April 1949 rollte in der „Mutter von Monte Carlo“ erstmals wieder die Kugel durch den Roulettekessel.

Die Gäste strömten nur so in die Spielbank im Kurpark, das dem Ansturm schon bald nicht mehr gewachsen war. Heidtmann ließ mehrere Anbauten errichten, um den Spielbetrieb zu erweitern und ein elegantes Restaurant einzurichten. Auch sein Nachfolger Werner Wilhelm Wicker, der die Konzession 1976 erhielt, vergrößerte das Gebäude.

Seit dem 1. Januar 2013 betreibt die François-Blanc-Spielbank GmbH Bad Homburg v.d. Höhe das Homburger Casino. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Kur- und Kongreß-GmbH, die sich im Besitz der Stadt Bad Homburg v.d. Höhe befindet. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte steht die Spielbank Bad Homburg somit unter öffentlich-rechtlicher Regie und schreibt nun das 4. Kapitel der Erfolgsgeschichte des Casinos.

Die Brüder Blanc

François Blanc

François Blanc

Die Zwillinge François und Louis Blanc wurden am 12. Dezember 1806 als Söhne eines Steuereinnehmers geboren. Sie suchten ihr Glück zunächst in der Finanzwelt. In Bordeaux eröffneten die Brüder Blanc 1830 ein kleines Bankgeschäft. Über Paris zogen die Blancs nach Luxemburg, wo sie den hessen-homburgischen Landgrafen Ludwig kennenlernten. Dessen Bruder Philipp holte nach seiner Regentschaftsübernahme die Brüder nach Homburg und erteilte ihnen die Konzession „zur Ausübung des Hasardspiels“.

Marie Blanc, geb. Hensel

Marie Blanc, geb. Hensel

François Blanc gründete eine Familie, deren Nachkommen in die europäischen Adelshäuser einheirateten. Marie Hensel, Tochter eines Friedrichsdorfer Schuhmachers, kam 1847 in das Blanc´sche Haus. Nach einem kleinen Skandal verpflichtete sich François Blanc, sie in einer Klosterschule bei Paris ausbilden zu lassen und dann zu heiraten.

Die Hochzeit fand am 20. Juni 1854 statt; die Blancs führten eine gute Ehe, aus der drei Kinder hervorgingen. Madame Blanc genoss den Reichtum, betätigte sich zugleich aber auch als Wohltäterin. Als François Blanc am 27. Juli 1877 im Schweizer Kurort Leukerbad starb, leitete Madame Blanc bis zu ihrem Tod vier Jahre später die Spielbank in Monte Carlo.

Gästebuch mit illustren Namen

Seit ihren Anfängen wird die Spielbank Bad Homburg gerne von hochrangigen Persönlichkeiten besucht. Im vorigen Jahrhundert zählte der russische Dichterfürst Dostojewski zu den berühmtesten Gästen. Auch Lucien Bonaparte, ein Neffe von Kaiser Napoleon, fand in Homburg sein Glück.

In der heutigen Zeit gehört es zum guten Ton einer Spielbank, sich um seine bekannten und unbekannten Gäste gleichermaßen auf höchstem Niveau zu kümmern: Diskretion ist Ehrensache in der Spielbank Bad Homburg und sorgt dafür, dass auch in der heutigen Zeit viele bekannte Namen bei uns anzutreffen sind. Entdecken muss sie allerdings jeder Besucher selbst!